Friseure und die neuste Entwicklung

Marburg, den 18.3.2020 

Liebe Kunden!

Ich werde nicht das nächste Papier aufsetzen, dass Ihnen beschreibt was wir alle wissen.

Aber ich werde Ihnen beschreiben, wie es mir dabei geht und auf was es in unserem Salon ankommt.

Ich habe letzte Woche angefangen mir deutliche Gedanken darüber zu machen, wie wir uns schützen können und welche Maßnahmen dafür zu ergreifen sind. Eine Sache war die Anforderungen an mich, mein Personal und den Salon neu zu überdenken und meine Arbeit und Arbeitsweise in Frage zu stellen. Ich habe direkt gehandelt. Aber jeden Tag merke ich, dass es nicht reicht und wir mehr tun können und müssen, besonders ich. Das Management ist eine extreme Herausforderung und ich habe eine hohe Verantwortung für alle im Salon.

Ich erklären Ihnen kurz was das heißt.

Beim Betreten des Salons wird Staub aufgewirbelt. Wir schneiden Haare, eine der kleinsten und dünnsten Einheiten des Körpers. Staub enthält in Räumen hauptsächlich Haare und Hautpartikel.

Wir atmen und somit auch dieses ein.

Die Mitarbeiter und ich müssen auf Hygiene achten, ich habe diese Anforderung soweit mir möglich neu überdacht und wir benötigen pro Kunde: einen Umhang, ein bis vier Handtücher, Putz- und Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, Handschuhe und oft weitere Sachen um allen und allem gerecht zu werden.

Wir kommen Ihnen sehr nahe, bei einem Meter Abstand können wir nicht arbeiten. Aber mit einer Schutzmaske arbeiten geht nicht, ich selber z. B. bekomme so zu wenig Luft – ich habe Asthma.

Unsere Kleidung nimmt die Partikel auf, wir tragen sie nach Hause.

Die Maßnahmen:

  1. Jeder Mensch, der den Salon betritt und wieder verlässt, wird mit Zeiten erfasst, um informieren zu können, falls sich jemand im Salon angesteckt hat. Wir bitten auch Sie an uns zu denken und sich in diesem Falle, dass Sie sich angesteckt haben, bei uns zu melden. Ich denke das ist fair.
  2. Das Personal trägt Kittel und soweit möglich immer Einmalhandschuhe.
  3. Wir werden so wenig wie möglich die Haare waschen. Wassertropfen sind der Hauptüberträger eines Virus und wir haben eine Wolke von 1-1,5 Metern Feuchtigkeit beim Waschen. Wir bitten Sie darum mit frisch gewaschenen Haaren zu erscheinen. Bei Farbe ist dies natürlich nicht möglich.
  4. Wir werden so wenig wie möglich versuchen Staub zu produzieren und auf zu wirbeln. Haare fallen schnell zu Boden, wir werden noch schneller wegkehren.
  5. Feuchtigkeitsecken werden noch mehr minimiert.
  6. Es werden mehr Mülleimer noch offener und expliziter bereit gestellt.
  7. Es werden noch mehr Handtücher vorhanden sein und diese werden bei den höchst möglichen Temperaturen gewaschen und immer getrocknet.

Dies alles verlangt sehr viel Disziplin, Voraussehen und Arbeit.

Wir können dadurch weniger Kunden bedienen als gewöhnlich.

Die Regierung kann dies alles nicht sehen, wir können es schon.

Friseure sind explizit ausgenommen worden von den zu schließenden Geschäften. Dies bedaure ich, da wir so nicht zu den zu schützenden Fällen werden und durch eigenmächtige Schließung vom System ausgenommen sind, somit keine Unterstützung vom Staat bekommen.

Darum werde ich pro Kunde eine Fallpauschale von 5€ erheben um den Mehraufwand zu kompensieren, sehr wenig für unsere Gesundheit und den Mehraufwand.

Ob die getroffenen Maßnahmen ausreichend helfen uns zu schützen weiß auch ich nicht.

Sollten Sie noch weitere Vorschläge heben, so sprechen Sie uns bitte an, wir sind für jeden offenen Blick dankbar.

Ihr 

Martin Landstein und die ganze Crew

P.S.: es wurde eine Petition angekurbelt Friseursalons zu schließen, ich habe sie unterzeichnet. Ich bitte auch sie dies für uns zu tun. Danke.

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